Heinz Kaminsiki traute seinen Augen nicht, oder viel mehr seinen Ohren. Was dort die Meßgeräte des Radoms der Volkssternwarte Bochum anzeigten, waren die niederfrequenten Radioimpulse eines Objekts, welches sich in einer stabilen Erdumlaufbahn befand: Kurz in einem Orbit um unseren Planeten befand sich der erste künstliche Trabant. Eine silber glänzende Kugel. Eilig zusammen geschraubt in der kasachischen Steppe bohrte sich gekoppelt an ein 273 Tonnen Geschoß um 22:28Uhr in den Sternenhimmel.
Gedacht war das Geschoß als Trägerrakete für einen Atomsprengkopf. Aber da gerade die Testköpfe ausgegangen waren, drängte Chefkonstrukteur Koroljow darauf, statt eines Leerflugs die Kraft der Rakete dafür zu nutzen um einen künstlichen Satelliten in die Umlaufbahn zu schicken. Die Kugel mit den 4 Antennen unter dem Namen Sputnik (‘Begleiter’) ließen die bloße Science-Fiction von Jules Verne Wirklichkeit werden.
„Am 4. Oktober 1957 gelang den sowjetischen Himmelsstürmern die Flucht von dem Heimatplaneten. Es war der Tag, an dem der Mensch abhob; gefangen auf der Erde seit Entstehung seiner Art, wagte er sich hinaus in die Unendlichkeit – ein Sprung in einen neuen Lebensraum wie vor Jahrmillionen, als Tiere vom Wasser aufs Festland vordrangen.“ ‘Piep piep piep’, dieses Geräusch sollte für immer das Alte vom Neuen trennen.
Für die westliche Welt ein Schock, dass ausgerechnet der planwirtschaftliche Osten den Startschuß für den Wettlauf um die Sterne lieferte und das Bildungswesen erschütterte. 4 Jahre später war Jurij Gagarin der erste Mensch im All und 12 Jahre nach Sputnik betrat Neil Armstrong den Mond. Ein so kleiner Schritt, der ein solch großer für die Menschheit war.
50 Jahre sind nun nach Sputnik vergangen. Und wonach greift der Mensch? Immer noch nach den Sternen? Zur ISS, zum Mars? Was auch immer die nächsten 50 Jahre dort draußen um Weltraum bringen mögen, wir dürfen dabei nie unseren eigenen Planeten vergessen und die Menschen, die ihr Leben auf den Weg zu den Sternen gelassen haben.
Aber noch etwas möchte ich an dieser Stelle erwähnen: Ja, ich war schon dort oben, bei den Sternen: 5 Jahre lang, 1 mal die Woche, für 2 Stunden. Ich, dass ist der Betazoid Jake Potts, der als junger Kadett bei der Sternenflottenakademie anheuerte und die Laufbahn eines unorthodoxen Mediziners und Seekuhliebhabers startete. Vom MO zum LMO landete Potts, der auch liebevoll Pottsy genannt wurde irgendwann als XO zunächsten neben, dann als CO auf dem ‘Captainschair’. Ja, Captain der USS Endeavor. Nun im rüstigen Alter und noch rüstigerer Uniform eines Rear Admirals endet das Dasein von J.P(y). Vielmehr endet das Rollenspiel, welches für mich 5 Jahre lang ein Schlupfloch war. Das nenne ich mal einen Schock! Ich weiß nicht was die Zukunft bringt. Aber vielleicht sollten wir uns alle Fragen, was das RS und was Star Trek für uns bedeutet. Geht es wirklich um Punkte, um Regeln, um Orden und Posten? Oder haben wir uns nicht deswegen getroffen, weil ins uns auch dieser Pioniergeist steckt? Weil wir auch zu den Sternen greifen wollten? To boldly go where no one has gone before?
SF-HQ, Live Long and Prosper!